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Jahresschwerpunkt 2011
Die Themenfelder der DPSG
Unser Engagement in der DPSG gründet sich auf zwei Wurzeln: Auf der Idee unseres Gründers "B.P.", der uns den Auftrag gegeben hat, "die Welt ein Stück besser zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben", und auf unserem christlichen Selbstverständnis.Aus diesen Grundlagen heraus, ergeben sich die drei Themenfelder: Ökologie, internationale Gerechtigkeit und Behindertenarbeit.
Sie spiegeln die Prinzipien und Werte der DPSG wider, sie wollen und sollen uns über wichtige Themen informieren, zum Nachdenken anregen und zum Handeln ermutigen.
Denn:
"Die Pfadfinderbewegung zeigt einen Weg für Menschen auf, die sich nicht mit dem Erreichten zufrieden geben und sich für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung engagieren." (Ordnung der DPSG)
Und genau diesen Auftrag wollen wir in diesem Jahr besonders erst nehmen und haben es uns daher zum Ziel gesetzt, uns im DV, in den Bezirken und den Stämmen mit diesen drei Themenbereichen konkret und intensiv auseinander zu setzen.
Leiterkongress "vom FACH" am 26.11.2011
Es gab Fachvorträge von externen Experten, die von fachkundigen DPSGlern ergänzt wurden und den Teilnehmenden vertiefte Kenntnisse zu den drei Fachbereichen und deren Umsetzung bei uns im Verband näher gebracht haben. Außerdem hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich in Workshops ganz praktisch mit den Themen zu beschäftigen und so ein paar Ideen für die Gruppenstunde und Leiterrunde mit nach Hause zu nehmen.
Für uns war der Leiterkongress der Höhepunkt unseres Jahresschwerpunktes 2011, mit dem wir uns vorgenommen hatten, die Fachbereiche "Behindertenarbeit", "Internationale Gerechtigkeit" und "Ökologie" in unserem Diözesanverband stärker zu positionieren und zu etablieren.
Nun werden wir die Möglichkeiten erörtern auch langfristigere, feste Arbeitskreise zu gründen, die die Themen weiterhin besetzen und platzieren.
Wir sind zuversichtlich, dass der Leiterkongress nachhaltige positive Auswirkungen auf unsere Verbandsarbeit entfalten wird und wir unser Ziel – gesellschaftspolitisches Engagement als Thema und Wert der Pfadfinderarbeit in unserem Verband zu stärken – erreichen konnten.
Hier einige Impressionen des Tages:
Die Themenfelder im Einzelnen
Ökologie
"Als Pfadfinderin und Pfadfinder lebe ich einfach und umweltbewusst." (Pfadfindergesetz)
Ökologie und Umweltbewusstsein hat in der Pfadfinderbewegung und in der DPSG eine lange Geschichte. Baden-Powell selbst war schon als Kind für seinen Spürsinn in der Natur bekannt. Aufgewachsen im Großstadtdschungel Londons erkundete er schon als Kind den Heyde Park. Später als Jugendlicher im Internat verbrachte er seine Zeit in den umliegenden Parks und Wäldern, legte Karten an, orientierte sich an den Spuren der Tiere, nachts an den Sternen und mithilfe des Kompasses. Sein Lager schlug er am liebsten im Freien oder im Zelt auf.
Und so leben auch wir als Pfadfinder und Pfadfinderinnen in und mit der Natur – gerade in Lägern, wenn wir 2-3 Wochen ohne Strom und auf dem Hike ohne fließendes Wasser auskommen. Die Wahrung und der Schutz der Natur ist deshalb wichtiger Bestandteil unseres Pfadfinderseins.
Darum geht es auch im Themenfeld Ökologie: Das Wissen und die Wertschätzung um die Natur und Ökologie soll weitergegeben und bewusst gemacht werden. Es gibt eine Menge Themen, die hierbei wichtig sind und die einem direkt einfallen: Angefangen beim Kennenlernen der Pflanzen- und Tierwelt oder der verschiedenen Ökosysteme (Wälder, Wiese, Flüsse, ...), über das Sortieren und Recycling von Müll, bis hin zur effektiven und sinnvollen Nutzung von Ressourcen und Energie und noch viel mehr. Es gibt eine Menge Anhaltspunkte sich mit Ökologie zu beschäftigen.
Deshalb beschäftigt sich die Jahresaktion in diesem Jahr mit dem Thema Klimawandel – und damit, was wir alle und jeder Einzelne von uns tun kann, um dem Klimawandel zumindest ein Stück weit entgegen zu wirken.
Infos auf externen Internetseiten
Internationale Gerechtigkeit
Pfadfinder gibt es nicht nur in Deutschland sondern weltweit; die DPSG ist Teil der Weltpfadfinderbewegung. Dies bietet uns großartige Möglichkeiten. Gleichzeitig fühlen wir uns dadurch aber auch verantwortlich, dort zu helfen, wo es Menschen nicht so gut geht.
So leben immer noch viele Menschen auf der Welt in Armut und Hunger, können, wenn sie krank sind, nicht zum Arzt oder ins Krankenhaus gehen oder sind sogar von Krieg oder anderen Katastrophen betroffen.
Hier ist es unsere Aufgabe nicht tatenlos zuzusehen, sondern zu helfen, solidarisch zu sein und sich gegen ungerechte Umstände zur Wehr zu setzen und für Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen.
All dies umfasst unter anderem der Themenbereich Internationale Gerechtigkeit; es geht darum, Dinge kritisch zu hinterfragen, nicht nur auf uns zu schauen sondern die Perspektive zu erweitern und auch die Situation und die Menschen in anderen Ländern mit in den Blick zu nehmen: Wenn wir z.B. ein tolles, besonders günstiges T-Shirt kaufen, müssten wir eigentlich überlegen, wie viel – oder besser gesagt – wie wenig, die Näherin irgendwo in einem Entwicklungsland verdient hat, als sie es für uns genäht hat. Vielleicht ist sie auch gerade erst 14 Jahre alt und kann nie zur Schule gehen, weil ihre Eltern dafür kein Geld haben. So sieht die Lebensrealität – leider – in vielen Teilen der Welt aus.
Die DPSG z.B. hat Partnerschaften mit den Pfadfinderverbänden in Bolivien (in Lateinamerika), Benin und Ruanda (beide in Afrika).
Die DPSG Essen hat erst neulich im Rahmen des großen Ruhrjambs "Scouting culture" Pfadfinder in Ungarn und der Türkei besucht. Beim Ruhrjamb hatten dann alle Pfadfinder aus dem Ruhrgebiet die Möglichkeit, mit Pfadfindern aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen in Kontakt zu kommen – "scouting culture" eben. So bietet uns die Internationalität des Pfadfindertums die tolle Möglichkeit, sich mit anderen Pfadfindern auszutauschen und so ein Verständnis dafür zu entwickeln, dass zwar alle Menschen anders sind, dass es aber doch toll und wichtig ist, zusammen zu halten und sich gemeinsam – friedlich und im gegenseitigen Verständnis füreinander – für unsere Ziele - einzusetzen.
Behindertenarbeit
"Als Pfadfinderin und Pfadfinder begegne ich allen Menschen mit Respekt und habe alle Pfadfinder und Pfadfinderinnen als Geschwister" (Pfadfindergesetz)
Da gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten: Es fängt z.B. damit an, dass wir ein Kind im Stamm haben, das gerne an den Gruppenstunden teilnehmen würde, aber gar nicht (allein) die Stufen hoch in den Gruppenraum kommt. Klar, hier könnten wir helfen, es die Stufen hoch zu tragen. Besser aber noch wäre es, sich in der Gemeinde dafür einzusetzen, dass es auch einen Gruppenraum gibt, der ebenerdig zu erreichen ist. Diese Situation, dass viele Räume nicht barrierefrei zu erreichen sind, ist nicht nur in Jugendheimen, sondern vielerorts in Deutschland immer noch ein Problem für Menschen im Rollstuhl. Viele Orte sind nur über Stufen erreichbar und schließen damit Menschen aus, die eben nicht Treppen steigen können.
Oder habt ihr Euch schon mal überlegt, wie es wäre, einen Tag nicht sehen zu können? Würdet Ihr Euch in Eurem Zimmer oder in Eurer Wohnung zurechtfinden? Wie würdet Ihr Euch ein Glas Saft einschenken? Das sind Alltagssituationen für Menschen mit einer Sehbehinderung, die sie jeden Tag meistern müssen. Sich in diese Situationen hineinzuversetzen, mal darüber nach zu denken, wie es z.B. wäre, nur einen Arm zu haben oder nicht sehen zu können, damit beschäftigt sich der Themenbereich Behindertenarbeit. So soll die Situation von Menschen mit Behinderung für die Menschen ohne Behinderung verständlich und nachvollziehbar werden.
So hat das Themenfeld Behindertenarbeit gleich mehrere spannende Anliegen: Es bringt uns die Situation von Menschen mit Behinderung näher, macht drauf aufmerksam, wo Veränderungen in unserem Alltagshandeln notwendig sind, um eben auch Menschen mit Behinderung einzubeziehen und teilhaben lassen zu können und es bring uns eine Menge Spaß, gemeinsam etwas zu unternehmen und durch die ganz unterschiedlichen Fähigkeiten voneinander lernen zu können!

